AKTUELLES

Bachwochendonnerstag: Kinderkonzerte, Adiemus-Sound und Soul-Jazz
Bild
Schirin Partowi
Foto: Dirk Neumann
Bild
Sarah Kaiser
Foto: Sergej Falk

Die evangelische Marie und die katholische Uli streiten, wer den besseren Glauben hat. Da greift Oma ein und erzählt, wer Luther war - unterstützt vom Pfarrer. Aber der ist ein "aufgeblasener Pinguin" und doziert hochgestochen, da kann die Oma besser erzählen... Das ist der Stoff, aus dem das szenische Singspiel "Martin Luther" besteht, das in den beiden Kinderkonzerten der Bachwoche aufgeführt wird (11.30 Uhr und 15 Uhr, St. Jacobi). Ingo Bredenbachs Musik mit ihren flotten Chorsätzen lehnt sich teils an Renaissance-Tänze an, jazzige Elemente wechseln mit Anklängen an Luther-Choräle und alles hat das Zeug zum Ohrwurm. Genau das Richtige, um wie üblich, die Kirche zweimal mit einem bunten begeisterten Publikum aus Kindern allen Alters und Erwachsenen zu füllen!

Und wieder "die" Bach-Toccata BWV 565, die an jedem Bachwochen-Tag in einer anderen Fassung erklingt, diesmal für - Harfe solo! Im Konzert " ...da singen alle Vögelein" für Harfe, Flöte und Viola (16 Uhr, Aula der Universität) gibt es außerdem Werke von Bonis, Rosenheck und Debussy.

Der Name des walisischen Komponisten Karl Jenkins klingt wohl den wenigsten im Ohr, wohl aber seine bekanntesten Kompositionen mit Titeln wie "Palladio" und "Adiemus". Die wurden einmal als Musik zu Werbeclips für edlen Schmuck oder eine Fluggesellschaft komponiert und gerieten von dort in die Playlists unzähliger Radiosender. Einen ähnlich hitverdächtigen Sound bieten Domchor, Bachwochenorchester und zwei Altistinnen heute mit Karl Jenkins' Fassung des mittelalterlichen Hymnus "Stabat Mater" (Dom St. Nikolai, 20 Uhr), zu dem auch arabische und aramäische Soli der persisch-deutschen Sängerin Schirin Partowi gehören, mitunter begleitet von einem armenischen Rohrblasinstrument!

Ganz anders und ebenso ungewöhnlich klingt es in St. Jacobi um 22 Uhr beim Konzert der Sarah-Kaiser-Band. Die Jazz- und Soulsängerin Sarah Kaiser hatte schon vor Jahren mit Paul-Gerhardt-Liedern auf sich aufmerksam gemacht. Jetzt interpretiert sie Luther-Choräle neu. Wer etwa das trutzige "Ein feste Burg ist unser Gott" mit jazzig improvisiertem Gesang, souligen Saxophoneinwürfen und schwirrendem Rhythmus erleben will, unbedingt hingehen!

Der Rahmen für all dies wird wie jeden Tag morgens von der Geistlichen Morgenmusik, heute mit Aufführung der Bach-Kantate "Christ lag in Todesbanden" BWV 4 (10 Uhr, Dom St. Nikolai) und nachts vom "Lutherlied zur Mitternacht" gesetzt: Um 24 Uhr spielt Matthias Schneider im Dom St. Nikolai als meditative Musik zum Tagesausklang Choralfantasien von Bach und Buxtehude zum Luther-Choral "Nun freut euch, lieben Christen g'mein."

Für Menschen, die Musik nicht nur konsumieren, sondern auch selbst singend mitgestalten wollen, gibt es wieder die beliebten (ebenfalls kostenlosen!) Mitsingproben für die Chor-Mitwirkung an der Bachkantate in der Geistlichen Morgenmusik des folgenden Tages, Dienstag bis Freitag, jeweils 18 Uhr in der Medienwerkstatt des Caspar David-Friedrich-Instituts, Bahnhofstr. 50.

Kartenvorverkauf für kartenpflichtige Konzerte bis zum Tag des jeweiligen Konzertes in der Evangelischen Dombuchhandlung, Domstr. 19 und Buchhandlung Scharfe, Lange Str. 68. Restkarten jeweils an der Veranstaltungskasse.

Zurück