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Bachwochenauftakt: Bachs "Magnificat" im historischen Gewand und Luthers "Ein feste Burg" im Doppelpack
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Ralf Waldner
Clavichord

Am Montag beginnt die 71. Greifswalder Bachwoche "Reformatio Mundi" (12.6.-18.6.2017) mit leisen Tönen und einem Vespergottesdienst der Bach-Zeit

Das große Bach-Werk zum Auftakt der 71. Greifswalder Bachwoche "Reformatio Mundi" (12.6.-18.6.2017) am Montag, dem 12.6. 2017, ist das Magnificat D-Dur BWV 243 , das um 18 Uhr im Dom St. Nikolai erklingt. Daran wirken, zusammen mit Domchor und Bachwochen-Orchester, als Solisten auch die jungen Preisträger/-innen des 4. Internationalen Gesangswettbewerbs für Kirchenmusik Greifswald "cantateBach!" mit, die am Sonntagabend gekürt wurden.

Das Magnificat, der lateinische "Lobgesang der Maria" ist seit alters fester Bestandteil der Vesper, der Abendandacht im Tageslauf des Stundengebetes. Daher wird diese Aufführung von Bachs Magnificat auch im Rahmen eines Vespergottesdienstes stattfinden, der zudem in historischer Form gefeiert wird, nach dem Formular eines Leipziger lutherischen Vespergottesdienstes von 1710. So werden, wie damals üblich, die Gemeindelieder viel langsamer gesungen, zudem ohne Orgelbegleitung, weil auf der Orgel damals nur das kunstvolle Präludium erklang. Das Lied konnte die Gemeinde, angestimmt vom Kantor, dann auch ohne Orgelbegleitung singen. Es dürfte eindrucksvoll sein, dies heute einmal im vollbesetzten Dom auch so zu halten.

Nicht gesungen wird dabei der berühmteste Choral Martin Luthers "Ein feste Burg ist unser Gott". Der kommt aber während der Bachwoche in vielfältiger Form vor, so u.a. besonders prachtvoll im Festgottesdienst am Sonntag, 18.6., 10 Uhr, im Dom St. Nikolai, als gleichnamige Bach-Kantate.

Am Bachwochen-Montag erklingt er auch, sogar gleich zweimal, und zwar instrumental: im Clavichord-Konzert des Nürnberger Solisten Ralf Waldner mit Kompositionen des 16. und 17. Jahrhunderts (16 Uhr, Aula der Universität) und im Klavier-Duo-Konzert der Brüder Volker und Hans-Peter Stenzl (20 Uhr, St. Jacobi). Dort als musikalisches Zitat in Claude Debussys "En blanc et noir", das während des Ersten Weltkriegs entstand.

Ein weiteres Stück, das während der ganzen Bachwoche an jedem Tag einmal erklingt, jeweils in anderer Form, ist "die" Toccata (und Fuge in d BWV 565) mit diesem charakteristischen Anfangstriller. Bachs Hit wird am ersten Bachwochentag in dramatischer Kombination mit Wilhelm-Busch-Versen (!) dargeboten - beim "P.D.Q. Bach" -Konzert mit Kompositionen des "allerletzten" Sohnes Bachs (22 Uhr, Aula der Universität). Dieser köstliche musikalische Unsinn ist fester Bestandteil jeder Greifswalder Bachwoche.

Für Nachtschwärmer gibt es von Montag bis Samstag jeweils um 24 Uhr im Dom St. Nikolai wieder "Meditative Orgelmusik zum Tagesausklang", in diesem Jahr durchweg Orgelmusik zu Luther-Chorälen. Am Montag spielt die Marien-Organistin Silvia Treuer Choralbearbeitungen über "Gelobt seist du, Jesu Christ, u.a. von Matthias Weckmann (1621-1674).

Die Orgelmusik zur Mitternacht ist übrigens ebenso kostenlos zu besuchen wie die Aufführung des Magnificat im Vespergottesdienst!

Kartenvorverkauf für kartenpflichtige Konzerte bis zum Tag des jeweiligen Konzertes in der Evangelischen Dombuchhandlung, Domstr. 19 und Buchhandlung Scharfe, Lange Str. 68. Restkarten jeweils an der Veranstaltungskasse.

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